Tante Leonie: Großtante von Marcel. Ist immer kränklich und beobachtet die Welt aus dem Zimmer. Liebe zum Detail. Obsessive Aufmerksamkeit.

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Als er ein Stückchen Madeleine in den Tee taucht, lassen Geruch, Geschmack und Textur Marcel in Erinnerungen längst vergangener Zeiten versinken. Jochen Schmidt vermutet, dass jene Erinnerung vermutlich das ganze nächste Kapitel, bzw. die gesamten sieben Bände gebiert.

Tante Leonie ist krank. Sie liegt ausschließlich und lässt das Leben am Fenster liegend an sich vorbeiziehen.

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Ich erkunde die Marktstände im Mercado in Hamburg – Altona. Schafskäse, Ziegenkäse, Feta in unterschiedlichsten Sorten.

Ich weiß nicht, warum mich so ein Angebot, direkt in die Kaufhalle meiner Kindheit katapultiert. Wollte mein Vater saure Grumbeerebrie zubereiten, oft wenn ihn die Sehnsucht überfiel, waren dafür lange Einkaufsexpeditionen notwendig

Samstags standen wir vor der Kaufhalle an, um einen Einkaufswagen zu bekommen, luden graues Brot, bläuliche Milch, Sülze und saure Gurken in das Vehikel. Ein zweites Mal reihten wir uns an der Fleischtheke in die Schlange der Wartenden ein.. Die Verkäuferin schob meinem Vater Bückware über den Tresen.

Tomatenleberwurst.

Sie wurde in einem großen Topf mit Kartoffeln, Zwiebeln und Essig vermengt.

Lorbeerblätter fehlten.

Es war die Zeit als Läden noch zur Mittagszeit am Samstag schlossen.

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Erst spät am Abend schlage ich im Vorort auf, noch ist es warm, Duft von Flieder.

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