Kategorie: Alltag

  • “ Hat es geklopft?“ Ja, das wird John sein. Darf ich vorstellen meine Damen, John Barleycorn. Ein Abend im Altersheim der Marie Seebachstiftung.  Es war so kalt, ich hab in der Jugendherberge gefragt, ob ich mich aufwärmen darf und dort dann das Selfie gemacht. Als Erinnerung. “ Ich kenne John, sagte Larissa. Ziemlich gut sogar.…

  • Ich hatte das Dreiecksverhältnis gekündigt, als  John  begann zu viel Nähe zu wollen. Er hatte kein Anrecht auf mich. Die Liaison mit John war  knapp drei Monate vorbei als der  Orkan losbrach Wie beim Zauberer von OZ. Gefangen in einer Windhose. Der  Sturm pfiff ein Niemandskind Lied. Hatte  Spaß bei diesem Hütchenspiel. Zwei Jahre lang. Und…

  • Er kam meist abends vorbei. Immer nur abends. Mit Rosenthaler Kadarka und Ochsenblut, später mit Syrah und Cabernet. Mit dem konntest du Abende durchrocken, laut lachen, wenn dir eigentlich zum heulen war, die Klappe aufreißen, wenn dir die Welt zu nahe kam. J hat mir Stärke verliehen wenn ich schwach war, getröstet wenn der Zustand…

  • Ach ich kenn den schon ewig, sage ich.  Liebe auf den ersten Blick.  Vier Jahrzehnte. War immer on Off. Anfangs ne Fern-, dann ne Wochenendbeziehung. Ich kann gar nicht sagen, ob J. mich mehr gehindert als unterstützt hat. Er war einfach mega zuverlässig. Der hat sein Wort gehalten. Hat mich so genommen wie ich eben…

  • Gestern stand er am Wegrand. Sternklare Nacht. Diese klare Luft nach zehn Stunden überheiztem Territorium. Lange Schicht. Er stand  da, als  würde er das Nein nicht akzeptieren. Im Kopf rechnete ich die Tage zusammen. Noch keine Woche war es her. Ich vermisste ihn. Wir hatten eine gute Zeit miteinander gehabt. Mit Geschichten, philosophischen Gesprächen und Träumen…

  • Einmal wollte ich zurück. Die Plattenbaustadt besuchen. Der Weg führte über die Altstadt. Ich lief die die Treppen vom Marktplatz herunter. Der riesige Busbahnhof. Wo war er? Ich ging den selben Weg noch mal . Aber das änderte nichts. “ Ich suche den Busbahnhof. „ Den gibt es es schon lange nicht mehr. Wenn sie…

  • “ Sie haben Mutzbraten gegessen, alle! “ Der Dunkelhaarige schiebt die Hand mit dem Tuch beiseite. “ Am Ende war es ihnen egal, woher das Originalrezept nun stammt. Hauptsache es schmeckt.“ Er schaut auf die Teller und die Reste der Speisen, die immer noch vor ihnen stehen. “ Aber ich glaube“, fährt er fort, als…

  • Wo kamen die Pioniere mit den roten Halstüchern plötzlich her? Nur für einen Augenblick hatte er die Augen zugemacht…“ Pioniere tanzen um die steinerne Röhre des Güntzturm. “ Er stand auf, Schritt langsam zwischen den tanzenden Kindern hindurch. “ Unsere Heimat….“ Geduckt betritt der junge Völkerkundler das Innere der Röhre durch eine Öffnung im Mauerwerk,…

  • Wieso Allende? Ich dachte es ginge um Ex Jugoslawien? Es geht um alles. Krieg, Frieden,  Sozialismus, Nationalismus, Faschismus. Immer noch die Projektoren richtig? Ja. Da sind zwei Völkerkundler. Anfang Mitte zwanzig vielleicht. Sie erkunden ihre Mutterstadt indem sie sich durch die Stadt essen, Drei Tage lang- Frittenbuden, Grillimbiss, Edelrestaurant. Novi Sad. Gab dort ein schlimmes…

  • Eine Frage die sich mir stellt und die im Prinzip auf meinen gesamten Leseprozess übertragbar ist. Was genau macht diesen Roman für mich zu einem absolut ungewöhnlichen Leseerlebnis?  Warum dieses Kapitel insbesondere? Eine Restaurantszene. In der zwei Völkerkundler zu Tisch sitzen und tafeln,während Tote in schattenhafter Gestalt sich im Saal bewegen. Ort: Novi Sad Vielleicht…