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Kategorie: Alltag
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Die Hyäne war los. Mit gesträubtem Fell galoppierte sie nach Osten. „Sie mag kein Gelb“, sagte Marian Leatherby lakonisch. Sie hatte es sich in meinem Strandmomsessel gemütlich gemacht und beklagte sich, dass ich mich partout weigerte, am Umtrunk teilzunehmen. „Die Fliegen essen mich bei lebendigem Leib“, knurrte sie und nahm einen Schluck aus dem Senfglas…
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https://share.google/LaNEwKijFT68sM5Hc Der runde goldgelbe Mond schien auf den Balkon. Das Tarot zeigte Eins der Münzen. Ich legte einen Mondstein in die silbernen Strahlen La Lunas. Grillen zirpten, Graugänse riefen heiser meinen Namen. Die Tage werden kürzer. Die Moiren weben am Altweibersommer. Immer ist der erste Hauch des Herbstes mit Glück verbunden Mir begegnete Seraphine, die…
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hr2-Frühkritik: Eine Malerin entdeckt den Surrealismus | „Leonora im Morgenlicht“ – Film von Thorsten Klein und Lena Vurma – Audio | hr2.de | Podcasts https://share.google/p6hwYBn5SlcnijG1y
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Wenn du deinem siebzehnjährigen Ich in Guben einen Rat geben könntest: “ Ach na ja, man wird ja im Alter konservativer. Vielleicht würde ich sagen: Bloß nicht Kandidat der SED werden, wenn du dir nicht sicher bist. Wenn du nicht mit einem Fuß reingehst, also Kandidatenschulung für ein Jahr, musst du auch später keine Begründung…
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Guben -3- 1988 – Herbst/ Winter Aus dem Lehrlingswohnheim bist du ausgezogen. Nicht weil du wolltest, sondern weil du musstest. Du bist kein Lehrling mehr. Du wirst einer Wohngemeinschaft zugeteilt. Das Werk hat Wohnungen für ehemalige Lehrlinge ( jetzt Facharbeitet) angemietet. Du fühlst Leere. Alle Freunde sind weg. J. bei der NVA. Keine Jugendstunden, auch…
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Guben 1986/88 Die Wohnung von D. durchzieht ein Hauch Anis. Es kommt an das Fleisch zusammen mit Sojasoße und anderen Geheimzutaten, die direkt aus China mitgebracht wurden. Ich will auch mal dahin, sagst du am Mittagstisch. Und A. fragt, „ach warum, das kann man doch alles im Fernsehen sehen.“ Du sagst, du willst das echte…
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Du könntest deinem 17 Jährigen Ich die“ Suche nach der verlorenen Zeit“ in die Hände legen und einen Brief dazu schreiben ( sagt K.) Guben 1987 Liebe X. schreibe ich: die Brücke nach Gubin in Polen wird in zwei Jahren passierbar sein. Dann bist du schon nicht mehr in dieser kleinen Stadt. Das Werk in…
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Paris 1916 „…da der Mangel an Kohle und Licht die Empfänge der Verdurins in der sehr feuchten früheren Behausung der venezianischen Gesandten erschwerte“, verlegt man den Schauplatz des verdurinschen Salons in ein großes Pariser Hotel. Der Salon floriert. Jeden Mittwoch oder fast jeden Tag, werden auf vor weiß blitzenden Wänden die – „interessantesten, verschiedenartigsten Männer…
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Ich lese j‘ accuse von Zola. Ich lese es um einen Fuß in die Dreyfusaffäre und damit in die Recherche von Proust zu bekommen. J’accuse https://g.co/kgs/R1MP4xa Wahrheit und Fakten gegen Vorverurteilung und Verzerrungen. Ich frage mich wie Zola heute J‘ accuse geschrieben hätte. ————— In Gaza verschwinden Kinder unter Trümmern, werden erschossen während sie nach…
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Paris 1916. Die Stadt ist überzogen von Damen in Turbanen. Es fehlt überall an Material, auch für Hüte. Man trägt Schmuck aus Granatsplittern und vermeidet Prunk in der Garderobe. Neue Einfachheit. Ein Hauch Hell in der Kleidung soll die Trauer über die Gefallenen überdecken. Das gesellschaftliche Kaleidoskop wirbelt alles durcheinander. Jemand erzählt von Madame Tallien,…