Kategorie: Belletristik

  • “ Windstille. Sonnenschein. Ich schwamm unter Wasser. Und als ich zwanzig Jahre später wieder auftauchte, stellte ich fest, dass ein Unwetter ausgebrochen war, ein brodelnder Aufruhr, und ein wütender Sturm peitschte Wellen über mir auf. Das Leben bricht auseinander. Wir versuchen es in die Hand zu nehmen, versuchen es zusammenzuhalten. Wenn die Liebe Sprünge bekommt,…

  • Im Krankenhaus war er aufgewacht, irritiert von der Umgebung und irritiert von sich selbst. Wo war er? Warum war er hier? Wer war er? Der Rippenbruch ist geheilt. Der Bruch in seiner Erinnerung bleibt. bestehen. Man hat ihm seinen Ausweis gezeigt. „Der bist du! Du bist Boratin und ohne Erinnerung seit du von der Bosporusbrücke…

  • Tino ist zwei Jahre alt, als den Eltern im Arztzimmer fast beiläufig gesagt wird: Bei nicht sofort erfolgter Behandlung, degenerativ, folgende irreparable Gehirnschäden. Nicht die Mütterberatung: „Das wächst sich raus, Spätentwickler“, und nicht der Nervenarzt: „Ich kann nichts finden“, haben Recht behalten. Tino ist kein Spätentwickler, er leidet an Phenylketonurie. Seine Mutter gibt ihren Beruf…

  • „Ich hab´s so satt, immer Ego, Ego, Ego. Meines und das von allen anderen . Ich habe alle satt, die was erreichen wollen, die was Herausragendes machen, jemand Interessantes sein wollen.“ „Ich habe keine Angst vor Konkurrenz. Ich habe Angst, dass ich das mitmache.“ „Franny und Zooey“. „Franny und Zooey“.- Salinger .

  • „Künstler müssen sich aussetzen, mein Junge. Dein Landsmann Jean Genet kam wegen Waffenbesitzes ins Gefängnis, Hemingway zog in den Krieg, Joseph Beuys hat drei Tage lang mit einem Kojoten in einer Galerie gelebt. Was meinst du , wo Brecht seinen Stoff gefunden hat? Oder wo heute ein großer Regisseur wie Benno Besson seine Ideen herbekommt?…

  • „Künstler müssen sich aussetzen, mein Junge. Dein Landsmann Jean Genet kam wegen Waffenbesitzes ins Gefängnis, Hemingway zog in den Krieg, Joseph Beuys hat drei Tage lang mit einem Kojoten in einer Galerie gelebt. Was meinst du , wo Brecht seinen Stoff gefunden hat? Oder wo heute ein großer Regisseur wie Benno Besson seine Ideen herbekommt?…

  • Die Geschichte von Eryk dem Fährmann, erstarrt in seinem Alltag, in seinen Gewohnheiten, seinem Blick auf die Dinge. Das Leben wirft keine Fragen mehr auf. Nur noch Antworten. Ein Städtchen Wind und fortwährenden Regen ausgesetzt, man versteht nicht, was die Menschen hier hält. Der Fährmann hat abgelegt.

  • „Es ist nicht meine Schuld.“ Das sagt Sweetnes, als sie ihr Kind betrachtet. Es wird vor ihren Augen blauschwarz. „Auch wir sind rassistisch“, sagt Sweetnes deren Haut Milchkaffebraun ist. „Wir machen uns mit den Blauschwarzen nicht gemein.“ Dieses Kind wird physisch ausreichend versorgt werden, geliebt, umsorgt, wahrgenommen wird es nicht. Zu groß ist die Scham…

  • Höre Camus Pest, während ich mit Ubu über blütenbedeckte Waldwege gehe. Das morbide bildet einen diametralen Gegensatz zum sommersatten Frühlingstag. Amseln bauen ihre Nester. Bald ist Mai. Die Nachbarin lädt zur Bowle ein. Abends sehe ich „Der alte Mann und das Meer.“

  • Ich sehe „Die Unberührbare“. „Die ganze Verletztheit kommt von ganz tief hier drinnen.Da wird ganz unbarmherzig ein Resümee von meinem Leben gezogen. Von meiner Liebe und von meinem Verständnis für Kunst.“ Hannelore Elsner in „Die Unberührbare“