Kategorie: Belletristik

  • „Was  würdest du antworten, wenn man etwas über Bautzen wissen wollte? Ständig über Bautzen. Ich bin unschuldig, das würdest du antworten,  und es wäre wahr. Unschuldig und bis zum heutigen Tag unwissend, weil ich das Volk bin, und das Volk hat nicht die Aufgabe nach hinten zu schauen, sondern zu arbeiten und zu konsumieren, Gegenwart…

  • Das Spiel heißt: „Der Wiederkehrer“. Man spielt es so: nimm die Welt und betrachte sie, als wärest du gestern gestorben, aber heute noch einmal da, für einen einzigen Tag. Spiele das so lange, bis es noch wirkt, danach suche dir ein anderes Spiel.“ Aus „Das Ungeheuer“ von Terezia Mora

  • Stoner ist Sohn von Landarbeitern. Er kennt den alltäglichen Kampf, dem Boden Nahrung abzutrotzen, das Vieh zu versorgen, Wind und Wetter zu widerstehen. Vermutlich hat er in diesen Jahren die Fähigkeit erworben, das Leben zu nehmen, wie es ist, ohne darin verloren zu gehen. Seine Eltern möchten, dass er Agrarwissenschaft studiert. Die Böden sind ausgelaugt,…

  • Altfried Janich, Rheinländer, arbeitet nach der Wende in der ostdeutschen Provinz. Ein Neuanfang in einem herrschaftlichen Gebäude „dem Schloss“, dass nach geschichtsträchtigem Dasein nun eine Psychiatrie beherbergt. Er findet Erfüllung in seiner Berufung als Psychiater, verbindet Leben und Arbeit, wohnt an seinem Arbeitsplatz. Der rundliche, rothaarige Rheinländer bezieht Anerkennung (auch seine Anerkennung gegenüber sich selbst)…

  • Calpurnia ist elf Jahre alt. Sie hat sechs Brüder, möchte Forscherin werden. Es ist das Jahr 1899 in Texas. Calpurnia lebt in wohlbehüteten Verhältnissen. Traditionen sind wichtig. ihre Mutter möchte gern, dass sie Debütantin wird. Ein Wunsch der ihr selbst wegen des Krieges verwehrt blieb. Zunächst fügt Calpurnia sich, erträgt die Klavierstunden. Bei Sticken, Klöppeln,…

  • Sie weiß, wie man sich in Sicherheit bringt, in Gefahr überlebt, sich im Chaos des Krieges zurechtfindet. Die Kriegsreporterin Janine di Giovanni berichtet in ihrem Buch von dem Versuch nach dem Krieg im Frieden ihren Platz zu finden. Sie ist schwanger und beginnt gemeinsam mit ihrer großen Liebe Bruno in Paris ein Nest zu bauen.…

  • Man fühlt sich in Händen der Protagonistin, Somnologin Ellen Feld, gut aufgehoben. Ihre Aufzeichnungen, der wachenden Schläfrigkeit abgetrotzt, dem Zwischenreich entrissen. Ellen Feld verfällt trotz oder gerade auf Grund ihrer Spezialkenntnisse der Schlaflosigkeit. Die Einsamkeit in der Stille der Nacht, das Denken assoziativ, Ängste die an die Oberfläche blubbern wie faulige Blasen. „Umrisse der Jalousien…

  • „Wer war mein Vater gewesen? Was hatte er gewollt? Was war dieser Bodensatz des Schreckens, den ich gern völlig vergessen hätte und der wieder hochgekommen war, als mir die Tabletten ausgingen und ich unter seinen Papieren die Geschichte der Verschwundenen entdeckte.“ Pron beschließt sich auf die Suche zu begeben und darüber zu schreiben. „Eines Tages…

  • „Wenn ich fünfundsechzig bin, dachte ich, werde ich noch mal richtig anfangen zu leben. Selbstsüchtig und genüsslich. Dann werde ich tun, was ich will, nicht was ich muss. Das zweite Leben der Adele Bothma. Jetzt weiß ich es besser. Mit fünfundsechzig werde ich tot sein.“ Adele Bothma leidet an Krebs im Endstadium. Zu Hause, das…

  • Ein Mann nimmt den Zug von Berlin-Ostbahnhof nach Barcelona, um ein neues Leben zu beginnen. Das neue Leben beginnt in einem Cafe in Barcelona beim dritten Milchkaffee über einer spanischen Zeitung. Cabo de Gata stand da, wurde beschrieben als letztes romantisches Fischerdorf Andalusiens, wo die Boote, wie es wörtlich hieß, noch mit der Handwinde aus…