„Wähntest du etwa, ich sollte das Leben hassen, in Wüsten fliehen, weil nicht alle Blütentraüme reiften?“
Ich sehe J. noch vor mir, dreißig Jahre ist das her, auf der Treppe unterm Dach Prometheus deklamierend. Draußen das Pfeifen einer Lokomotive. Herbstag.
Damals erschien alles noch möglich. Immer, wenn ich mich frage, warum mir dieser Morgen so in Erinnerung blieb, dachte ich, dass es die Rebellion war, das Sich- Auflehnen gegen die Götter, der Trotz.
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Die mützenfalterin schreibt in ihrem Text, von Magnolienblüten die zur falschen Zeit aufgehen, von einer Lehrerin, die mit einer unbedachten Bewertung den Fluss zum stagnieren brachte. Und von Leonhard Cohen, der einen Gegenzauber singt.“ Don’t listen to me.“
Es ist einer dieser Herbsmorgende die ich so liebe. Der Wind fährt den Pappeln durch das Haar, der Kaffeeduft verströmt sich.
Die Blütenträume reiften nicht nicht, sie reiften anders.
Wind in den Pappeln.
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