Manchmal trifft einen ein Film nicht nur wegen der Geschichte, die erzählt wird, sondern wegen der Stimmung die er hinterlässt.
Als würde durch Fensterritzen das Damals eindringen und etwas zurückbringen was fast verloren ist.
Stattdessen breitet sich leise eine widerständige Melancholie und Tiefe aus.
Hallenser Polizeiruf: “ Der Wanderer zieht von dannen“ war so ein Film.
Kein Film, der nach Aufmerksamkeit schreit.
Ein Gegenentwurf zu den schnellen Erzählungen von Gewalt und Action.
Landschaft aus Zeit und Brüchen.
Ausleuchtung der Einsamkeit und Verlorenheit.
Die Kamera verweilt in Hausfluren, Treppenhäusern und auf Gesichtern. Eingeschriebene Erinnerungen, nichts wird beschönigt, verraten aber auch nicht.
Widerständige Langsamkeit.
Eine Erzählweise, die jedes Plakative vermeidet.
Sehr schade, dass die Trilogie von Clemens Meyer und Thomas Stuber hier endet.
Im Anschluss an den Film suchte ich noch ein wenig im Netz und fand einen Buchtipp von Clemens Meyer, dem ich nicht widerstehen konnte: „Die Wut ist ein heller Stern“ von Anja Kampmann.
Wie soll man warnen, wenn sie jetzt durch die Vordertür hereinkommen- war so ein Satz.
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Gramsci am Morgen unter Zeitdruck funktioniert heute nicht. Ich beginne mit Band 2. ( muss aber zur Schicht)
Fahle Wintersonne, die kurz durch den bleiernen Himmel schaut und dann wieder abtaucht.
Die Standuhr tickt im behäbigen Takt.
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