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Der Zenit ist überschritten. Ich richte mich in Provisorien ein. Leidenschaftlich lesend, reisend, lebend.
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  • Expedition – 3- Eroberung des Nutzlosen

    Oktober 2, 2025

    Heute Morgen weckte mich das Licht, dass sich durch die Lamellen des Rollos schob und flüchtige Muster auf den Dielenboden malte.

    In meinen Wollmantel gehüllt, ging ich auf den Balkon, um Merlin zu befragen. Klare, kühle Herbstluft,  blauer Himmel.  Wie ein nicht mehr erwartetes Wunder hatte sich das drückende Grau durch einen frischen Windstoß verflüchtigt.

    Merlin meldete Wiesenpieper, Buchfink, Zaunkönig und noch sieben andere Arten.

    Ich kehrte zurück in den Lesesessel, einen Tee, ein Toastbrot, ein Buch.

    Noch immer las ich von Herzog: „Die Eroberung des Nutzlosen.“

    Besonders beeindruckte mich diese Stelle: ein alter Mann lebte als einziger Überlebender auf einer kleinen Insel im Urwald.

    Zweimal wöchentlich lieferte ihm ein Schiff Mehl und Zwiebeln. Irgendwann starb er.

    Tage später fand man an seiner Angel einen großen Fisch.

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  • Der letzte Anker

    September 29, 2025

    Hier ist ein Video zum Thema „werner herzog“ https://share.google/QTA7EiKD9rn1vUI7q

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  • Expedition- Tag -2- Die Holländerinnen – Die Eroberung des Nutzlosen

    September 28, 2025

    Seit gestern lese ich atemlos Herzogs Aufzeichnungen aus dem südamerikanischen Dschungel.

    (Die Eroberung des Nutzlosen)

    Sie drehen Fitzcarraldo.

    Der Dreh über den Abenteurer wird selbst zum abgründigen Strudel aus Blut, Staub und Wanzen.

    Herzog hält den Wahnsinn akribisch fest. Kinski verliert sich. 

    An mehreren Morgenden hintereinander müssen Blutspuren von den Wänden der Hütte gewischt werden. ( Kinski schlägt seine kleine vietnamesische Frau)

    Die Wände aus Holz bleiben sauber und sollen nicht preisgeben, was niemand sehen will.

    —————————

    Mit Kopfschmerzen aufgewacht, als die Sonne sich leuchtend über alte Mauern erhebt. 

    Wenn ich die Augen schließe, wird daraus eine Hütte – mit Planken aus alten Schiffsbohlen. Einsam, solitär.  Baumläufer, Zilpzalp,  Kohlmeise belagern die Laubbäume. Eine Wildbiene kreist über den blühenden Thymian des Balkongartens der Nachbarin.

    Ich schiebe eine Süßkartoffel in die Glut, gieße Rapsöl darüber, vermenge Gewürze, röste Zwiebeln, koche starken, bitteren Espresso.

    In ein paar Stunden breche ich ins alte Land auf.

    (Ich lese “ Die Eroberung des Nutzlosen“ von Werner Herzog um mit den Holländerinnen anzuschliessen.)

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  • Expedition – Tag 1-  ( Die Holländerinen )

    September 27, 2025

    Zum dritten Mal kehre ich an den Anfang zurück.

    Es scheitert – die Expedition droht zu scheitern, bevor sie begonnen hat.

    Der Versuch eine Schneise in das Dickicht zu schlagen. Es  gelingt mir noch  nicht.

    Die Gesetze des Urwalds sind grausam.  

    Sie zerstören Schwache wie Starke gleichermaßen, schreibt Werner Herzog. Kein Horizont, aber der Wille, aufzuschreiben.

    Nichts gewinnen –  außer Erkenntnis. Sprache ist Sauerstoffflasche und Proviant.

    Landschaft ohne Gnade.  survival of the fittest. Logisch –  in der Logik des nicht fair plays.

    Ich habe mein Lager am Ufer des Sees aufgeschlagen.

    Der Himmel weigert sich zu lichten. Die Waschmaschine läuft in eintöniger Monotonie.

    Krähen kreisen über dem Fluss der Eider, der blockiert – sich hier in in einen See verwandelte, Kanadagänse übernachten im Dickicht. 

    Jeden Morgen und Abend erheben sie sich mit stolzen Flügelschlag.

    Kühle Luft frisst sich seit Tagen durch die Spalten der Planken meiner Hütte.

    Minutiöses Festzuhalten der Ereignisse. ( Eine Uhr lief plötzlich rückwärts, eine Navigationskarte verschwand)

    Schreibe auf:  als Kompass das Buch Werner Herzogs gefunden : “ Die Eroberung des Nutzlosen“  Fand es auf der Eingangsnotiz der Aufzeichnungen von x. Damit sollte es möglich sein „Die Holländerinnen“ zu passieren.

    ————-

    ( das Herzogbuch aus den Bücherhallen Hamburg geholt,  am Abend Fitzcarraldo mit Kinski)

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  • Joe – 2

    September 24, 2025

    „Du hättest ihn aufhalten müssen“, sagt K.

    Der Junge aus dem Wartezimmer wird vermisst. ( Siehe Link)

    https://xeniana.wordpress.com/2025/09/20/40113/

    Wie hätte ich das tun können? Du weißt doch, wie das ist, wenn die Ferne ruft.

    “ Er war noch nicht fertig, noch nicht flügge genug.“

    Weißt du wo er ist?

    “ Auf einer Schaluppe, hat angeheuert.“

    Blauer, wolkenloser Himmel. Durch die geöffnete Balkontür dringt klare Herbstluft.

    Ich könnte ans Meer fahren, nach Joe schauen, denke ich und entscheide mich dann doch dafür, Jack Londons Seewolf zuzuschlagen und zu den Holländerinnen überzuwechseln.

    Die Art des Erzählens lässt mich zu Beginn außen vor:  journalistischer Stil, eine Reise nach Panama auf den Spuren vermisster Touristinnen im Urwald.

    Das Meer dringt durch die Ritzen der schlecht isolierten Fenster. Kanadagänse ziehen zum See.  An der Anlegestelle legt ein Taxifahrer  den Boden seines Taxis mit Pappe aus. “ Regen kommt“, sagt er.

    Ich beschäftige mich mit Merleau Ponti – ein Querverweis aus dem Buch “ Die Holländerinnen“- ich verstehe die Doppelung nicht.

    Ich frage mich warum Gegenwartsliteratur plötzlich wieder geht. Warum ein Teil meines Ichs sie einige Jahre nahezu verweigerte.

    Ich gehe in die kühle Herbstluft, sammle inspiriert von der Mützenfalterin erste Kastanien auf.

    Nehmen sie mich mit zur Stadtmitte?

    Der Taxifahrer nickt. “ Die Regenzeit kommt“, sagt er.

    Und murmelt etwas von unwegsamen Gelände.

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  • -4- Resümee – Kaleb Erdmann – Die Ausweichschule – ( in Bezug zu dem voran gegangenen Austausch in den Kommentaren)

    September 23, 2025

    Ich lese es so:

    Es geht nicht vorrangig um den Erfurter Amoklauf 2002, sondern um traumatische Erlebnisse und den Umgang damit.

    Seine Sprache ist eindringlich und genau.

    Zum Vorwurf des Sedierens:

    Drogenkonsum ( hier Alkohol ist bei vielen Schreibenden ein  Hilfsmittel um durch Blockaden durchzukommen oder in andere Räume vordringen zu können.

    Der Begriff „Ausweichschule“  ist für mich nicht nur auf die Schule in Erfurt bezogen, sondern könnte auch die Schule des Ausweichens im täglichen Schreiben meinen.  Wie dämme ich und warum.

    Ich finde aber weder, dass er sich am Leid anderer bereichert oder es verkäuflich macht, noch dass er ein Plagiat erstellt hat.

    Sehr lesenswertes Buch. Danke für die sehr inspirierende und bereichernde Diskussion, Alexander.

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  • Joe- 1-

    September 20, 2025

    Die salzige Luft vom Meer drang durch die Fensterritzen des Wartezimmers. Salz überzog die Stühle aus Planken, den goldenen Spiegel des Tafelrundenraums. Intarsien  die weiß metallisch glänzten.

    Draußen schäumte die Gischt.

    Auf einem Stuhl im Wartebereich ein Junge, vielleicht zwölf.

    Zahnschmerzen?, frage ich.

    Nein, sagte er. Ich bin abgehauen.

    Warum?

    Wegen der Moralpredigten meiner Schwester.“

    Verstehe, sage ich.

    Ich hab Angst.

    Vor was?

    Davor, dass ich ersticke.

    „Immer nett und ordentlich, weißer Kragen, niemals in der Klemme sitzend. Angst vorm eigenen Schatten.“

    Vom Fenster aus sah man den Hafen.

    „Eine Kajütentür stand offen. Rauch stieg aus einem Ofenrohr auf. Der Schiffskoch trug bis zu den Hüften reichende Wasserstiefel. Ärmel des Pullovers bis zu den Ellbogen aufgerollt.

    In einem kleinen eisernen Topf kochten Bohnen. Der Koch rieb die Bratpfanne mit Olivenöl ein, warf  Kartoffeln in die Hitze..

    Ein paar Männer gossen Salzwasser übers Deck.“

    Die da, sagte der Junge, “ die leben wirklich. Die See wirft sie umher, der Wind weht und der Regen gießt auf sie herab. Ich hingegen- eingepfercht im Klassenzimmer..“

    Ich schlug das Buch “ Der Seewolf“ von Jack London zu.

    Der Junge verschwamm im Nebel, aber die Stimme des Steuermanns war noch immer deutlich vernehmbar.

    Zitate aus Der Seewolf von Jack London

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  • September 19, 2025

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  • September 16, 2025

    Lese von Natascha Wodin über Natascha Wodin und Wolfgang Hilbig.

    Berichte aus einem brennenden Haus. Es erinnert mich an Wilde und Bosie, an Max Frisch und Bachmann. Bedarf Literatur in manchen Fällen dieses Grenzganges – die eigene Vernichtung in Kauf zu nehmen, um am Rand das zu finden was Mora das Elixier nennt?

    ——–

    Wasser erobert den Stadtrand. Rauscht in Bächen am Bordstein dem Stadtzentrum zu, schießt unter Autoreifen in Fontänen  hoch, läuft an in Cellophan verpackten Koffern entlang.

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  • September 10, 2025

    Im Klassikradio wird „Rusalka“ gespielt und später „Gymnopedies“.

    Meine Gedanken mäandern, während einer sich sträubt, loszulassen.  Verwachsen mit seiner Umgebung will er das Terrain nicht verloren geben.

    Brandseeschwalben bauen ihre Nester minimalistisch. ( las ich )

    Sie scharren eine Mulde in den Boden des Watts und drücken ihn mit ihrem Körpergewicht fest.

    Eisvögel in der griechischen  Mythologie  bauen ihre Nester auf der rauen See.

    Irgendwann sind die Verwurzelungen gelöst. ( Ich hatte dich gewarnt, sage ich. Toxisches kann ich in meinem fortgeschrittenen Alter nicht mehr integrieren.

    Insider: ich gehe auf beiden Beinen in den Spätsommertag. 

    Meyerhoff und die Lücke fällt mir ein.

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