Ein Roman, dessen Sprachwitz und Leichtigkeit dem Thema Sucht sehr nahe kommt.

Es ist der sprachlichen Meisterschaft Wawerzineks zu verdanken, dass dieser Roman nicht herabzieht, sondern mit einer Portion Leichtigkeit, Poesie und Humor am Abhang entlang balanciert.

Der Protagonist, von den Eltern im zarten Kleinkindalter verstoßen, wächst bei Onkelonkel und Tante Luci auf. Tante Luci, heimliche Hauptperson des Romans, ist ebenso lebensklug wie humorvoll, ebenso weise wie eigenwillig.

Sich eine Tante Luci erschaffen als lebenskluge, wilde Alte, als Mutterersatz die dem Leben mit einem starken Lachen, zupackend die Stirn bietet. Wer hätte nicht jemanden wie Onkelonkel und Tante Luci an seiner Seite.

„Die Welt ist voller seltsamer Typen und Geschichten über sie“, lässt der Autor Tante Luci sagen. Die Tante ist es, die das Talent des Protagonisten erkennt, ihn bestärkt zu schreiben.

Der Alkohol ist Gegenspieler.. Selbstmedikation auf die Narbe des elternlosen Daseins.

„Der Alkohol ist ein Gift. Das haben die Physiologen bewiesen. Aber gegen den Alkohol ist damit gar nichts bewiesen. Denn ein Gift kann immer noch eine Medizin sein.“

Diese Worte von Egon Friedell sind dem Roman vorangestellt, nehmen das Thema des Romans vorweg.

Ein Roman über ein Leben unter schwierigen Startbedingungen, glücklichen Fügungen, Verletzungen, Narben und dem Versuch, nicht nur zu überleben, sondern zu leben. Alkohol ist Rettung und Untergang, Medizin und Gift zugleich. Und doch nimmt der Roman ein ermutigendes Ende. Auf dem Ulenhof lernt der Protagonist des Buches ein Leben ohne Krücken kennen. Auch Tante Luci entdeckt dort ein neues Leben.

Das Buch gefunden in einer Rezension von Sätzebirgit.

Eine schöne und ausführliche Rezension zum „Schluckspecht“ ist auch bei Lustauflesen zu finden

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13 responses to “„Der Schluckspecht“ von Peter Wawerzinek/Leseeindruck”

  1. Avatar von masuko13

    Berührt mich sehr, wie du Wawerzineks Roman beschreibst! Habe ihn gerade aus meinen unzähligen Bücherstapeln herausgekramt und auf den Stapel „dringend lesen“ gepackt.

    1. Avatar von Xeniana

      Danke! Es freut mich sehr, wenn ich in diesen Zeilen etwas von dem zum Ausdruck bringen konnte, was es beim Lesen und auch danach in mir auslöste. Es freut mich für dieses wunderbare Buch, dass es auf deinem „dringend“ Stapel liegt. LG Xeniana

  2. Avatar von saetzebirgit

    Wie schön, dass ich Dich für dieses Buch so begeistern konnte – Deine Leseeindrücke teile ich ganz und gar. Auch für mich war es eines der schönsten Bücher des vergangenen Jahres – sprachlich mitreißend, ehrlich, traurig und doch voller Witz und Lebenslust.

    1. Avatar von Xeniana

      ES ist eines dieses Bücher, von denen man weiß , dass sie einen nicht mehr verlassen werden. Ich freue mich sehr durch deine Rezension auf Wawerzinek gestossen zu sein. LG Xeniana

  3. Avatar von schreibschaukel

    Das kommt auf meine to read Liste!

    1. Avatar von Xeniana

      Schön:)

  4. Avatar von J. Kienbaum

    Es freut mich sehr, dass Du dieses wundervolle Buch lieben gelernt hast. Der »Schluckspecht« hat auch mich nachhaltig beeindruckt. Wawerzinek hat darin einen sehr treffenden Ton gefunden. lg_jochen

    1. Avatar von Xeniana

      Habe gerade deine spannende Rezension zum Schluckspecht gelesen und würde sie gern nachträglich noch in meinem Artikel verlinken?
      Ja -ein wunderbares Buch!LG xeniana

      1. Avatar von J. Kienbaum

        Nur zu. über eine Verlinkung würde ich mich sehr freuen. Danke. lg_jochen

  5. Avatar von Maren Wulf

    Ach toll, erst Birgits Begeisterung und nun deine – ab auf die Leseliste mit Doppelturbo! 🙂

    1. Avatar von Xeniana

      Schön das es jetzt auch bei dir auf der Leseliste ist:) LG xeniana

  6. […] geht noch aber dann ist Schluss Xeniana gibt uns Ihren Leseeindruck von “Der Schluckspecht” wieder. Ein Buch, dass auch schon bei mir Einzug gehalten hat und sicher im Lauf des Jahres gelesen […]

    1. Avatar von Xeniana

      Danke fürs Verlinken! Freut mich sehr. LG Xeniana

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