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  • Jagoda Marinic im Gespräch mit Anselm Grün

    Mai 31, 2025

    https://www.ardaudiothek.de/sendung/freiheit-deluxe-mit-jagoda-marinic/88868694/

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  • Mai 30, 2025

    Der Wind flaniert durch die Innenstadt, mit wehenden Mantel.

    Ein Hempels fliegt mir vor die Füße und weißer Blütenregen. Ich hebe die Obdachlosenzeitung auf. „Sie können gern mehr geben.“ Augen grau wie die See. “ Meine Katze ist krank.“

    Ich greife etwas tiefer in die Tasche.

    Eine Straße weiter links, einer in meinem Alter: barfuß, Rastazöpfe, Batikhosen. Aus welcher Zeit ist er gefallen?

    Noch eine Straße weiter: ein Bundeswehrplakat.

    Grigorij aus dem Stillen Don hebt den Kopf aus dem Schützengraben und fragt: für wen werden wir in den Krieg geschickt?

    Blütenbedeckte Wege.

    WordPress schreibt: dein Account wird stillgelegt. Für ein paar Tage. Ich weiß, sage ich. Ich weiß.

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  • Mai 27, 2025

    Wind im Flieder. Er pflückt sich eine der lilafarbenen, („helmbüschigen“) Blüten, die den Kopf neigen unter wolkenverhangenen Himmel.

    Dunkelgrün, fast schwarz wiegt sich die Fichte.

    Der Weidensänger im Duett mit einer Amsel. Sie singen von etwas das im Verborgenen ruht. Vom Schweigen an dessen Ufer sich blaue Frösche sammeln und Nilgänse ihre Jungen spazieren führen.

    Wind im Holunder. „Darf ich bitten Gnädigste.“ Er kennt die alte Percht. Besänftigt sie mit einem Tanz. „Ein kleiner Schutzzauber in diesen Zeiten.“ Der Wind, dieser Halunke verbeugt sich charmant pflückt sich luftleichte Blüten aus rosa und weiß.

    Duft verströmt sich in kühler Luft.

    Seerosen blühen.

    Die Wolken hängen sich tief in den Fluss. Regen fällt.

    Ich vermische Holunderblüten mit Wasser, Zucker und Limetten. Verberge das Gebräu in einer Schüssel, die ich mit einem Geschirrhandtuch bedecke. Zwei Mal am Tag rühre ich Lobpreisungen und Gebete hinein.

    In fünf Tagen werde ich Limonade mit der Percht trinken.

    Es ist immer noch Mai.

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  • “ Alexander Carmele: Rezension : “ Das Narrenschiff“ von Christoph Hein

    Mai 20, 2025

    https://wp.me/pdR3i0-2mJ

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  • Mai 15, 2025

    Die Abendsonne wirft flackernde Schatten über aquamaringrüne Wände. Ein Buchfink ruft.

    Im Narrenschiff von Christoph Hein wird 1961 beim Bau der Mauer zwischen Ost und West eine Schallwaffe gegen Demonstranten eingesetzt. Ich hatte geglaubt Serbien sei ein Novum.

    P. sammelt die Blüten des Taschentuchbaumes im Alten Botanischen Garten aus dem Gras.. Das Literaturhaus liegt in Stille.

    Wie Taubenflügel sagt P. Im Lebensmittelladen hole ich eine Zeitung um die Blüten in eine reisefertige Form zu bringen.

    Marina Weisband erklärt in einem Gespräch mit dem Spiegel, warum sie Selensky für einen Kriegspräsidenten hält. Ich mag ihre kluge, mal leise, mal temperamentvolle Art sehr.

    Der Taschentuchbaum symbolisiert Neubeginn und Hoffnung, Frieden und Trauer, lese ichspäter.

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  • Bienen wittern TNT -Montag im Mai

    Mai 12, 2025

    Was haben die Bienen mit der Geschichte Jugoslawiens zu tun?, frage ich in das Universum des Smartphoneinnenlebens.

    Nichts, aber sie können TNT wahrnehmen ,Landminen finden.

    https://m.focus.de/wissen/natur/tiere-und-pflanzen/sie-riechen-tnt-bienen-sollen-auf-dem-balkan-landminen-suchen_id_3867657.html

    Es ist der 12.Mai vormittags. Ich sitze im Bus und will wissen warum der alte Mann mit den gefärbten Brillengläsern gestern mit den Bienen sprach, später ein Lied sang. Ich dachte erst es sei Maikäfer flieg, es stellte sich aber als serbisches Kinderlied heraus. Er sagte in der Geschichte seines Landes hätten Bienen eine Rolle gespielt. Ich traute mich nicht nachzufragen, ob er mit Land – Serbien, Kroatien oder den ganzen Balkan meinte. ( Textstelle aus den Projektoren -Clemens Meyer verstoffwechselt)

    In der Stadt treffe ich D. auf einen Kaffee im Cafe. Hier lernte Yara damals schwimmen. Ich erinnere mich, wie ich in diesem Sommer 2002 Hals über Kopf Yara aus dem Schwimmkurs rufen musste. Anna wollte auf die Welt. In der Panik hatte ich den Fahrradschlossschlüssel von Yaras Fahrrad verloren. Ein Vater eines Kindes knackte das Schloss.

    Dreindzwanzig Jahre später gibt es hier Cappucino mit Hafermilch statt Chlorwasser und D.erklärt mir warum er glaubt, dass diese Regierung die Deutschen noch weiter in die Pfoten der Wölfe treiben wird.

    Die Schere geht weiter auf. Reiche werden reicher. Arme ärmer.

    Die Sonne scheint, ein kühler Wind weht durch Kastanien und Flieder.

    Ich verschütte Kaffee, wische mit einer Serviette über den Tisch, nehme die Serviette schnell weg. Man weiß nie für welche Narrative zerknüllte Servietten herhalten müssen..

    Stalins Verbrechen werden aufgedeckt. Man rechnet mit Unruhen in den Bruderländern. ( Das Narrenschiff Christoph Hein)

    Vier Monate ohne John. Ich denke kaum noch an ihn. Die Abende verbringe ich mit Cheescaketee.

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    Mai 9, 2025

    Auf dem Topčidersko brdo. Noble Gegend dieser Hügel. Es ist 09.00 Uhr. Blauer Himmel, der Wind trägt Federflaum mit sich, verblasst im grellen Sonnenlicht. Ein Lkw fährt in der Ebene.

    Was macht das Titodenkmal hier? Nein, nicht Tito – Wilhelm der 1.

    Marinehafen denke ich, Stahl.

    Kiel statt Belgrad. Ratsdienergarten. Der Lenz ist da, ruft Groth und irgendetwas auf Plattdeutsch, dessen ich nicht mächtig bin.

    Im botanischen Garten stehe ich unterm Taschentuchbaum und trockne mir mit den Hochblättern des Baumes die Tränen. „Ich wollte nach Belgrad“, seufze ich in einem Tonfall zwischen Zorn und Trauer. „Stattdessen hänge ich jetzt in Röhren ab, um mein Innenleben beleuchten zu lassen.“

    Ich laufe zur alten Mu. Ein Stadtgartenprojekt. Wildbienen im Raps. Merlin meldet : Rotkehlchen! Zaunkönig! Mauersegler!

    „Nationale Notlage!“ ruft Merz. “ Doch nicht!“, etwas später.

    Es ist nicht leicht unter einem solchen Kanzler Kaiser zu sein!, ruft Wilhelm der 1. vom Ratsdienergarten herüber.

    “ Solange man liebt murmelt Groth, “ ist das Leben liebenswert.“

    ————-

    Erklärung: ( Projektoren S.664) Der Topčidersko brdo kommt in den Projektoren vor. In einem Flashback sieht der Mann den sie mal Cowboy nannten seine Verbannung wieder vor sich. bzw. durchlebt sie in der Erinnerung erneut. Er sieht in Sequenzen den Lastwagen vor sich, sieht sich selbst auf ihm durch eine Plane schauend, Abschied nehmend im Vorbeifahren. Den Topčidersko brdo, Belgrad wird er vorerst nicht mehr betreten dürfen. Der Cowboy ist mit dem System aneinandergeraten: “ Bleibe den Städten fern.“ Verbannung ins Velebitgebirge.

    Ich hätte eigentlich Urlaub, hatte bereits mit Supersparpreis Budapest gebucht, um mit dem Bus weiter nach Serbien zu fahren und dort die Straßen Belgrads abzugehen.

    ich werde diese Schulterlitanei nicht noch einmal herunterleiern. Zeit habe ich, Bewegungsfreiheit ist eingegrenzt.

    Auf Google Maps flaniere ich durch Belgrads Straßen. Immerhin

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  • Aussetzen der Projektoren

    April 29, 2025

    (Neues Theater Halle)

    viellleicht wirst du in irgendeiner Wabe eines Bürokomplexes arbeiten. Die Stadt kennt nur dein müde gewordenes Lächeln und weiss nichts vom kleinen Jungen in Beograd, den Partisanenkämpfen, Goli Otok, Velebit. Im Cafe beobachte ich Stäube und H.erzählt vom Kapital.

    Vielleicht wirst du hier.nach der Arbeit Sliwowitz trinken, an das Velebit denken. Vielleicht wird dir auf dem Riebeckplatz der Fragmentarist begegnen. Oder die Dottores, wenn du Pech hast auch Sternau. Man sah ihn ab und an in der Stadt. Wo sieht man ihn derzeit nicht. In den Parks verwandeln kleine wehrhafte Sonnen ihre lichtgelben Blätter in schwebende Fallschirme. Im Cafe schwebt der Staub von der Empore und löst sich in Nichts auf. Seltsam sagt S.

    wir bezahlen, der Rucksack fühlt sich ungewohnt leicht an. Er fehlt, alle fehlen ( der verückte Fragmentarist fährt Straßenbahn, Frau Dr. Schnutenhaus versucht den Polylux im 2. WK wiederzufinden, Dr. May philosophiert mit Händel über das neue lebensgroße Genscher Denkmal (was kommen soll ), Pierre sitzt am Tresen des Stadtmuseums und hilft bei den Führungen).Ich kehre zu den Möwen zurück.

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  • April 24, 2025

    Ich bin gestürzt, auch Frau Dr. Schnutenhaus stürzte. Ich hörte den Knall, als sie auf den Polylux fiel. Ein Hall aus der Werner Seelenbinder Polytechnischen Oberschule. Frau Dr. Schnutenhaus ist erblindet. Mir hat sich nur die Schulter quer gestellt mitten auf einem Gehweg in der Plattenbaustadt, aufgeschürfte Knie wie in der Kindheit. Bergmannstrost sagte ich, sie nickte während wir über regenbeglänztes Kopfsteinpflaster eierten. Man könnte meinen Bergmànnstrost sei ein Name für John Barleycorn. Aber so ist es nicht. Im Bergmànnstrost wird versucht zu retten was zu retten ist.

    Frau Schnutenhaus half mir die militärgrüne Jacke über die Schulter zu ziehen, ich hingegen sagte: Vorsicht, jetzt rechts, jetzt links und plädierte für eine Brille wie Gantenbein sie trug. Damals als er die Party verließ, abtauchte und in einer neuen Stadt ein neues Leben begannn. “ Der gab vor nicht zu sehen. Hat die Menschen dadurch maskenlose zu Gesicht bekommen.“ “ Meine Erblindund ist echt.“ Frau Schnutenhaus nahm es hin. In der Notaufnahme las ich ihr Kazantzakis vor ( ich hab ihn wieder gefunden,), während Krankenpfleger und Ärzte im Akkord arbeiteten . Ein Arzt begutachtete den Schaden Eine Krankenpflegerin legte den Arm in Stupor. Halle- Neustadt mit seinen Ausstellungen, alten Wegen, neuen Entwicklungen löste sich in Rauch auf.

    Halle unterm Dach, Gründerzeitbauten, mit der Familie, mit Ruhe und Zeit ist so wie es lange nicht mehr war.

    Eine Amsel singt in der Dunkelheit, vielleicht ist es auch eine Lerche.

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  • April 24, 2025

    V. meint die vorsorgliche Entfernung des Blinddarms, sei vermutlich eine Amputation. Den jungen Männern wird vorsorglich das Bauchgefühl entnommen. Der letzte Rest Kindlichkeit, Empathie, Moral. Auf funktionieren getrimmt.

    Lesetagebuch Die Projektoren von Clemens Meyer – S. 592

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